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Altabt Dominikus V. Madlener OSB (im Jahr 2013 verstorben) trat vor über 60 Jahren (2. Oktober 1948) in die Benediktinerabtei Plankstetten ein.
Auch er berichtet von seinem Weg ins Kloster, was er zu Hause und in den ersten Jahren hier im Kloster erfahren hat.

Erfahrungen zu Hause

Hatten Sie durch Ihre Eltern beziehungsweise Familie Kenntnisse über das Klosterleben erhalten oder wurden Sie von Ihnen bei - möglicherweise vorgekommenen - Klosterbesuchen mitgenommen, um sich ein Bild von einem Klosterleben machen zu können?

Altabt: Nein, gar nicht! Die Mutter favorisierte eher das Weltpriestertum, aber nicht den Eintritt in ein Kloster. Der Vater ist wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs verstorben. Der Bruder kehrte hingegen drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges aus der russischen Kriegsgefangenschaft in seine fränkische Heimat zurück. Er kehrte in dem Jahr zurück, in dem ich ins Kloster Plankstetten eintrat. Der um drei Jahre ältere Bruder verhielt sich zu meinem Klostereintritt eher neutral und akzeptierte meine Entscheidung.

Gab es bei Ihnen in der Familie Verbindungen zum Klosterleben?

Die Schwester meiner Mutter war eine Nonne. Mein Eintritt in ein Kloster spielte für mich in diesem Zusammenhang aber keine besondere
Rolle.

Wegerfahrungen außerhalb des Klosters

Gab es exogene Faktoren beziehungsweise Einflüsse, die Sie zum Klostereintritt bewogen haben?

Nein, meine Entscheidung ins Kloster einzutreten, ist durch äußere Einflüsse nicht bestimmt worden.

Die Zeit als Gast

Waren Sie zuerst Gast im Kloster und wenn ja,  wie lange hat diese Zeit gedauert?

Altabt: In den Jahren von 1945 bis 1948 war ich immer wieder als Gast im Kloster anwesend, da wir ja durch St. Benedikt in Eichstätt in steter Verbindung zum Kloster in Plankstetten standen.

Die ersten Schritte

Zu welchem Zeitpunkt sind Sie in das Kloster eingetreten?

Altabt: Ich bin direkt nach dem Abitur ins Kloster eingetreten. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges hat unsere Klasse fünf Abiturientenjahrgänge umfasst. Ich selbst gehörte zu dem älteren Jahrgang.

Wie lange hatte damals das Postulat bei Ihnen gedauert?

Altabt: Damals gab es kein Postulat. Die Jahre von 1945 bis zu meinem Eintritt ins Kloster im Jahr 1948 haben dieses ersetzt.

Abt Dominikus beim Lesen Abt Dominikus bei der feierlichen Profess  (1954)

Dabei sein … als Novize

Hatten Sie jemals Zweifel daran Ihren Berufungsweg im Kloster weiter gehen zu können?

Altabt: Nein, ich befand mich zu keinem Zeitpunkt im Zweifel meinen Berufungsweg im Kloster zu gehen.

Wie viele Mönche gehörten damals dem Konvent an und handelte es sich bei diesem Konvent um einen jungen Konvent?

Altabt: Damals gehörten dem Konvent in etwa 40 Mitbrüder an und der Altersdurchschnitt der Mitbrüder war ganz und gar in Ordnung. Es gab in diesen Jahren immer wieder Nachwuchs in den Ordensberufungen.

Wie lange dauerte Ihr Noviziat?

Altabt: Es dauerte genau ein Jahr.

An welches Ereignis aus dieser Zeit erinnern Sie sich heute immer noch gerne?

Altabt: An die langen Spaziergänge erinnere ich mich immer noch sehr gerne. Die Spaziergänge fanden bei gutem Wetter in der Regel sowohl am Montag -  als auch am Donnerstagnachmittag statt. Da es uns als Novizen in der Zeit des Noviziats untersagt war, in den Lesesaal zu gehen, konnten wir auf den ausgedehnten Spaziergängen in Erfahrung bringen, was sich so alles außerhalb der Klostermauern ereignete. Der damalige Gastpater Bonifaz stand uns die vollen sieben Tage der Woche zur Verfügung und hat mich demgemäß auch sehr geprägt. Zudem vermittelte er uns die Klostergeschichte und den Gesang. Während der Spaziergänge bot sich uns ohnedies die Möglichkeit über ein sehr weites Feld an Themen mit ihm zu sprechen. Ansonsten konnten wir auf diesen Spaziergängen natürlich die ganze Gegend rund um das Kloster Plankstetten kennenlernen und hatten ausreichend Bewegung, da wir uns meistens den gesamten Nachmittag - bis zur Vesper - Zeit zum Spazierengehen nahmen.

Wer hat Sie im Kloster zu Beginn am meisten geprägt?

Altabt: Natürlich – wie gesagt - P. Bonifaz, aber auch P. Emmeran, da wir von beiden Patres unterrichtet und betreut wurden.

In welcher Form haben Sie den damaligen Abt Jakobus Pfättisch angeredet?

Altabt: Selbstverständlich mit „Hochwürdigster Herr Abt“.

Hatten Sie als Novize Freiräume oder war Ihr Tages- beziehungsweise Ihr Wochenablauf festgelegt?

Altabt: Der Tages- und Wochenablauf war festgelegt, denn es gab einen festgesetzten Stundenplan. Wir durften demgemäß am Tag des Herrn beispielsweise den Klausurbereich nicht verlassen. Die Gebetszeiten waren strikt einzuhalten, es sei denn, dass eine Notlage einen Hinderungsgrund vorgab.

War es Ihnen als Novize gestattet Ihren Habit beiseite zu legen?

Altabt: Nein, wir mussten den Habit selbstverständlich immer tragen.

Konnten Sie in der Zeit des Noviziats Urlaub nehmen?

Altabt: Nein, es war in dieser Zeitspanne kein Urlaub vorgesehen und später konnte man sich nur in andere Klöster begeben, um dort Urlaub zu machen. Den ersten Urlaub hatte ich nach meiner Primiz.

Welche Bereiche des Klosters haben sie in der Zeit des Noviziats kennengelernt und gab es dabei Schwerpunkte?

Ich habe natürlich alle Bereiche des Klosters in Plankstetten kennen gelernt, war aber meinem Tätigkeitsschwerpunkt nach in dieser Zeit sehr oft auf dem Staudenhof tätig.

Konnten Sie in Ihrer Noviziatszeit Besuche von auswärts empfangen?

Altabt: Nein, Besuche waren nicht gestattet.

Altabt Dominikus an seinem PC
Altabt Dominikus mit Papst Johannes Paul II. in Montecasino