Vor fast 900 Jahren, 1129 wurde unser Kloster von den Grafen von Hirschberg als bischöfliches Eigenkloster gegründet und unterstand somit dem Bischof von Eichstätt. Das Adelsgeschlecht der Hirschberger gehörte zu den reichsten Geschlechtern des Nordgaus und hatte im 11. Jahrhundert großen Einfluss. Hauptstifter war der wohl kinderlose Graf Ernst IV. von Hirschberg, der auch in der Klosterkirche begraben wurde. Sein Bruder Gebhard II. war zur Zeit der Klostergründung Bischof von Eichstätt. Die Klosterkirche erhielt ein Doppelpatrozinium: Mariä Himmelfahrt und Johannes den Evangelisten. In der ersten Zeit waren zwischen 10 und 15 Mönche in Plankstetten.

Im 15. Jahrhundert leitete Abt Ulrich V. umfangreiche bauliche Veränderungen ein, durch die Errichtung des Brauhauses begann unter seiner Regierung auch die Geschichte des Plankstettener Bieres. Auch spirituell reformierte er das Kloster. Durch die Reformation und den Landshuter Erbfolgekrieg brach jedoch 1504/05 wirtschaftliche Not in Plankstetten und Umgebung aus. Im Bauernkrieg wurde das Kloster 1525 geplündert und zerstört. Nach dem Wiederaufbau war es wohl nicht sonderlich gut um die Beachtung der Ordensregel in Plankstetten bestellt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Ordensdisziplin jedoch wieder hergestellt. Doch schon 1632 mussten die Plankstettener Mönche vor den Unruhen des Dreißigjährigen Krieges und den Schweden nach Österreich fliehen. Wieder wurde das Kloster geplündert und verwüstet. Zu dieser Zeit regierte Abt Andreas II. und kümmerte sich hingebungsvoll um Pestkranke und Verwundete. Er begann auch mit dem Wiederaufbau, doch immer wieder kam es zu Raub und Plünderungen. Erst 1664 konnte die Kirche wieder instandgesetzt werden und am Ende des 17. Jahrhunderts hatte sich die Lage soweit beruhigt, dass das Kloster die noch heute existierenden barocken Gebäude erhielt.

Plankstetten um 1715

Von 1742-57 regierte der gottselige Abt Maurus Xaverius Herbst die Abtei Plankstetten, er führte die Erneuerungen am Kloster fort, viel bedeutsamer aber war sein geistliches Wirken. Er förderte besonders die Verehrung der schmerzhaften Gottesmutter Maria und stiftete zahlreiche Figuren der mater dolorosa für die Pfarreien der Abtei. Darüber hinaus stand er den Menschen der Umgebung stets in ihren Nöten mit Rat und Tat zur Seite, festigte den Glauben durch seine Predigten, war ein Vorbild im vertrauensvollen Gebet und vor seinem Beichtstuhl standen die Menschen oft Schlange. Damals besaß der Abt auch weltliche Gerichtskraft, diese übte Abt Maurus Xaverius mit wachem Gerechtigkeitssinn und Güte aus. Besonders nahm er sich auch zweier in seelischen Schwierigkeiten steckenden Klosterfrauen an, als er einer von ihnen zu Hilfe eilte, verstarb er in deren Kloster Marienberg in Abenberg. An seinem Totenbett wurde die Nonne noch von ihrem Leiden erlöst.

Über diese lange Zeit hatte das Kloster also immer wieder verschiedene Wirren überstanden. 1806 wurde es nun durch den bayerischen Staat aufgelöst. Einige Benediktiner wirkten in der Pfarrei weiter. Ein erster Versuch das Kloster wiederzubegründen 1856 verfehlte sein Ziel, denn die Behörden versagten die Genehmigung.

Fast 100 Jahre später, im Jahr 1904 wurde in Plankstetten ein Priorat der Benediktinerabtei Scheyern errichtet. Finanziell wurde die Wiederherstellung Plankstettens durch Baron Theodor von Cramer-Klett unterstützt. 1907 eröffnete in Plankstetten eine Landwirtschaftsschule, dazu wurde auch das landwirtschaftliche Klostergut, der Staudenhof, erworben. Außerdem begannen die Tätigkeiten in Bäckerei, Brauerei und Metzgerei. 1917 wurde Plankstetten wieder zur selbstständigen Abtei erhoben. Abt Wolfgang hieß der erste Abt von Neu-Plankstetten. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft musste die Landwirtschaftsschule 1934 geschlossen werden. Im 2. Weltkrieg (wie auch schon im 1. Weltkrieg) mussten auch einige Mönche von Plankstetten in den Krieg ziehen, viele von ihnen fielen, im Kloster wurde ein Lazarett untergebracht. 1953 wurde die Landwirtschaftsschule wiederbelebt, 1958/59 wurde sie durch eine Realschule mit Internat abgelöst, die jedoch nur 30 Jahre Bestand hatte. Stattdessen eröffnete man 1989 das Gästehaus St. Gregor.

1994 wurde eine weitere wegweisende Entscheidung getroffen: Die Landwirtschaft des Klosters wurde auf organisch-biologische Wirtschaftsweise umgestellt, nach und nach folgten die diversen Klosterbetriebe nach. Seit 1998 werden im Riedenburger Brauhaus aus der Plankstettener Braugerste die Plankstettener Klosterbiere gebraut. Bereits 1997 war die Landwirtschaft auf den Staudenhof ausgelagert worden, von 1999-2001 wurden die Wirtschaftsgebäude des Klosters saniert. Von 2009-2013 folgte die dringend erforderliche Generalsanierung des Konventgebäudes. Die Gebäudeteile, in denen das Gästehaus untergebracht ist, bedürfen ebenfalls dringend einer Generalsanierung, die zurzeit in Planung ist.

Derzeit gehören zur Benediktinerabtei Plankstetten 14 Mönche im Alter zwischen 22 und 78 Jahren.

Kühe auf dem Weg in den Stall am neuen Klostergut Blick auf die sanierte Ostfassade des Klosters