Flyer: Leben aus dem Ursprung

„Sie leben als klösterliche Gemeinschaft und dienen unter Regel und Abt“
RB 1,2
 
„Christus sollen sie überhaupt nichts vorziehen. Er führe uns gemeinsam zum ewigen Leben“
RB 72,11.12
 
 
Das Leben im Kloster heißt Leben in Gemeinschaft, in der Gemeinschaft der Mitbrüder. Die Gemeinschaft eines Klosters entsteht jedoch nicht durch persönliche Sympathie, sondern sie entspringt der gemeinsamen Berufung in die Nachfolge Christi. Konkret zeigt sie sich beim Gottesdienst, im gemeinsamen Besitz, den Mahlzeiten, bei gemeinsamer Erholung und Ausflügen. Im Kloster tragen und ertragen die Mitbrüder einander auf ihrem Weg der Gottsuche.
„Das viele Reden nicht lieben“
RB 4,52
 
„Immer müssen sich die Mönche mit Eifer um das Schweigen bemühen.“
RB 42,1
 
 
Für die Gottsuche sind aber auch Einsamkeit und Stille notwendig, denn nur so kann der einzelne Mönch in sich hinein und auf Gott hören. In Geselligkeit und Geschwätz lauert die Gefahr der Zerstreuung. Deswegen zogen sich schon die Wüstenväter in die äußere Stille der Einöde zurück, um den Lärm der inneren Kämpfe wahrzunehmen und diese mit Gottes Hilfe auszutragen und die bösen Gedanken zu besiegen. Das Wort Mönch enthält das griechische Wort „monos“, d.h. „allein“. Jeder Mönch hat eine eigene Zelle, wo er sich immer wieder zurückziehen kann, um bei sich selbst zu wohnen, indem er allein Christus in sich wohnen lässt.
„Dem Gottesdienst soll überhaupt nichts vorgezogen werden.“
RB 43,3
„Sich oft zum Beten niederwerfen“
RB 4,56
 
 
„Bete!“ steht nicht umsonst an erster Stelle des benediktinischen Mottos „ora et labora! - Bete und Arbeite!“ Das Gebet prägt jeden einzelnen Tag und somit das ganze Leben eines Mönches. Das Ziel des Stundengebetes ist es Gott zu loben und gleichzeitig bereit dafür zu sein, von Gott in einem Psalmenwort direkt angesprochen zu werden. Der hl. Benedikt mahnt aber auch oft persönlich, allein zu beten, mit Gott zu sprechen, sich an ihm auszurichten und von ihm immer wieder neu ausrichten zu lassen. Das Gebet ist der Anfang alles Guten (RB Prol 4) und die Kraftquelle aus der es, mitunter auch unter Mühen, beständig zu schöpfen gilt.
Stilles Gebet
„Sie sollen frei sein für die Lesung“
RB 48,4
„Heilige Lesungen gern hören“
RB 4,55
 
Oft wird der benediktinische Grundsatz „ora et labora!“ durch „et lege! - und lies!“ ergänzt, damit ist aber nicht das Lesen in einem X-beliebigen Buch gemeint, sondern „lectio divina“, d.h. Lesen und Meditieren der Hl. Schrift. Auch für die „lectio divina“ gilt die Mahnung Benedikts ganz am Beginn seiner Regel: „Höre!“ (Prol 1); wenn er sagt, die Mönche sollen „frei sein für die Lesung“, so heißt dies frei und offen zu sein, Gottes Wort an sich heran zu lassen und aufzunehmen und es vor allem Tat werden zu lassen. Der hl. Benedikt empfiehlt für die„lectio divina“ im Laufe des Jahres unterschiedliche Tagzeiten und Längen. In unserem Kloster hat die „lectio divina“ ihren festen Platz zwischen Vigil und Laudes.
„Sie sind dann wirklich Mönche, wenn sie wie unsere Väter und die Apostel
von ihrer Hände Arbeit leben.“
RB 48,8
„Damit in allem Gott verherrlicht werde“
RB 57,9
 
Wenn auch die Aufforderung zur Arbeit hinter dem Gebet zurücksteht, so kommt der Arbeit im Kloster trotzdem große Bedeutung zu. Indem die Mönche selbst für ihren Unterhalt sorgen, folgen sie dem Beispiel der Apostel und der Wüstenväter. Hinzu kommt, dass zu Lebzeiten des hl. Benedikt die Arbeit ein Zeichen der Armut war: Wer etwas auf sich hielt, ließ lieber die Arbeit von Sklaven verrichten. Wie das obige Zitat aus unserer Regel besagt, sollen die Mönche aber in allem, also auch der Arbeit Gott verherrlichen, ihm dienen und ihn suchen. In unserem Kloster können wir uns auch heute noch weitgehend mit eigenen Erzeugnissen aus unserer Landwirtschaft, Gärtnerei, Metzgerei und Bäckerei versorgen, auch wenn wir dazu auf tatkräftige Hilfe vieler Angestellter angewiesen sind. Unsere und andere gute Produkte verkaufen wir in unserem Hofladen, dem Missionsbasar, unserem Marktwagen, der Buchhandlung und unserer Klosterschenke. Natürlich sind auch die Seelsorge in Pfarreien, dem Jugendhaus Schneemühle und unserem Gästehaus und Klosterführungen ein wichtiger Arbeitsbereich unseres Klosters.
fr. Richard am Staudenhof