Der heilige Benedikt ist Autor der Benediktsregel, die er für seine Klostergründung auf dem Monte Cassino in Italien verfasste. Diese Regel ist natürlich keine Autobiographie und enthält keine Angaben und Daten zur Person Benedikts. Informationen über das Leben des sogenannten Vaters des abendländischen Mönchtums finden sich aber in einem der vier Bücher der Dialoge von Papst Gregor dem Großen († 604):

Benedikt wurde um 480 bei Nursia geboren und zum Studium nach Rom geschickt. Entsetzt über das zügellose Treiben dort, brach er seine Studien ab und verließ das Haus und die Güter seines Vaters. Papst Gregor schreibt dazu:

„Gott allein wollte er gefallen, deshalb begehrte er das Gewand gottgeweihten Lebens.“ (Dialoge Prol 1).

Zunächst schloss er sich einer Gemeinschaft von Einsiedlern in Effide an. Wenig später zieht er sich jedoch ganz allein in eine Höhle bei Subiaco zurück und folgt somit dem Beispiel der Wüstenväter. Nachdem ihn Hirten dort entdeckt hatten, kamen zahlreiche Menschen, um ihn in Glaubensangelegenheiten um Rat zu bitten. Mit der Zeit schlossen sich ihm junge Männer an, weil sie seinem Beispiel folgen wollten. Schließlich wählten ihn die Mönche eines in der Nähe gelegenen Klosters zum Abt. Benedikt achtete sehr streng auf die Einhaltung der Regel, die für dieses Kloster galt, so streng, dass ihn schließlich die Mönche vergiften wollten, aber durch ein Wunder missglückte der Anschlag und Benedikt zog sich erneut in die Einsamkeit zurück.

Nachdem sich bald wieder viele Männer um ihn versammelt hatten, weil sie Gott dienen wollten, gründete der Heilige zwölf Klöster: Diesmal veranlasste ihn der Neid eines Priesters seine Gründungen zu verlassen, um ihre Existenz nicht zu gefährden. Mit einigen wenigen Mönchen zog er fort und begann um 529 mit seiner bedeutendsten Gründung auf dem Monte Cassino. Für dieses Kloster verfasste er nun auch die Regel, nach der bis heute in den Benediktinerklöstern gelebt wird. Papst Gregor kommentiert, nachdem er über zahlreiche durch Benedikt gewirkte Wunder berichtet hatte:

„Er schrieb eine Regel für Mönche, ausgezeichnet durch maßvolle Unterscheidung und wegweisend durch ihr klares Wort. Wer sein Wesen und sein Leben genauer kennenlernen will, kann in den Weisungen dieser Regel alles finden, was er als Meister vorgelebt hat: Der heilige Mann konnte gar nicht anders lehren als er lebte.“ (Dialoge Kap. 36). 

Am 21. März wird in den Benediktinerklöstern das Fest „Heimgang unseres heiligen Vaters Benediktus“ gefeiert: Benedikt starb um 547 in seinem Kloster auf dem Monte Cassino, wie Papst Gregor berichtet, im Stehen betend und gestützt von seinen Schülern. Dort wurde er auch begraben. Seine Mönche mussten aber bald das Kloster auf der Flucht vor den Langobarden verlassen und gingen nach Rom, trotzdem entwickelten seine Regel und die von Papst Gregor verfasste Lebensbeschreibung eine so gewaltige Wirkung, dass Benedikt den Titel „Vater des abendländischen Möchtums“ trägt und in jüngerer Zeit zu einem Patron Europas erhoben wurde. Als solcher wird er am 11. Juli von der Kirche gefeiert.

In einer durch die beginnende Völkerwanderung und den Niedergang des dekadenten römischen Reiches unruhigen Zeit, im Übergang von der Spätantike zum Mittelalter, schrieb der heilige Benedikt seine Regel, die sich vor allem aus Texten der Heiligen Schrift, der Wüstenväter und besonders aus Zitaten der sogenannten Magisterregel zusammensetzt. Heute würde man einen solchen Text als Plagiat bezeichnen, zu Benedikts Zeit stellte es aber gerade eine Kunst dar, die für das Mönchtum wichtigen Grundsätze derart zu komprimieren – eine heutige, deutschsprachige Regelausgabe von 107 Seiten umfasst damit einen der spirituell dichtesten Texte des Christentums. Seine Regel ist gewissermaßen ein Schwamm, der gefüllt ist mit verschiedenen Weisungen für ein gottgefälliges Leben, der Leser kann diesen Schwamm ausquetschen und so viel gewinnen. Benedikts großartige Leistung besteht eben darin, dass er es geschafft hat, die Texte so zusammenzustellen und zu verbinden, dass eine so maßvolle Regel das Ergebnis ist, dass auch heute noch nach ihren Grundzügen und geistlich, spirituellen Weisungen gelebt werden kann.